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KI-Förderung Österreich: Bis zu 50 % Zuschuss für Ihr nächstes Projekt

Wer KI im Betrieb einführen will, rechnet zuerst durch. Beratung, Software, Schulungen: Das summiert sich schnell. Was viele nicht wissen: Für genau diese Projektbausteine gibt es in Österreich staatliche KI-Förderungen, die einen erheblichen Teil der Kosten übernehmen.

Dieser Beitrag zeigt, welche Programme aktuell verfügbar sind, was sie konkret abdecken und wie ein gefördertes KI-Projekt in der Praxis aussieht. Alle Angaben sind geprüft (Stand April 2026).

Was genau wird gefördert?

Die aktuell verfügbaren Förderungen decken drei Projektphasen ab, die bei einer KI-Einführung typischerweise anfallen. Das Entscheidende: Es werden nicht nur interne Investitionen gefördert, sondern auch externe Beratungs- und Implementierungsleistungen. Wenn Sie einen KI-Berater beauftragen, übernimmt der Staat einen Teil der Rechnung.

Beratung und Analyse

Bevor ein Betrieb in KI investiert, braucht er Klarheit: Welche Prozesse eignen sich? Welche Werkzeuge passen? Wer noch keinen Überblick hat, findet in unserem Leitfaden zur KI-Tool-Inventur einen strukturierten Einstieg. Was kostet die Einführung realistisch?

Diese Analysephase ist über KMU.DIGITAL Modul 1 förderbar. Der Staat übernimmt bis zu 80 Prozent der Kosten für eine Status- und Potenzialanalyse. Bei einem Beratungsauftrag von 1.500 Euro zahlt das Unternehmen selbst nur 300 Euro. Den Rest übernimmt die Förderung.

Typische geförderte Leistungen: KI-Potenzialanalyse, Prozessaufnahme, Strategieberatung zur Digitalisierung, Erstellung eines Umsetzungsplans.

Umsetzung: Software, Lizenzen, Implementierung

Steht der Plan, folgt die Einführung. Ein KI-gestütztes Dokumentenmanagement, automatisierte Angebotserstellung, ein Chatbot für Kundenanfragen oder ein neues CRM mit KI-Funktionen. Diese Investitionen sind auf zwei Wegen förderbar:

  • KMU.DIGITAL Modul 2 fördert 30 Prozent der Umsetzungskosten, bis zu 6.000 Euro pro Schiene.
  • Wirtschaftsagentur Wien fördert Digitalisierungsprojekte mit 50 Prozent der Projektkosten, bis zu 50.000 Euro (für Wiener Betriebe, ab 10.000 Euro Projektvolumen).

Typische geförderte Leistungen: Software-Lizenzen, Konfiguration und Integration von KI-Werkzeugen, Entwicklung digitaler Workflows, externe Implementierungsunterstützung.

Beratung und Innovation (nur Wien)

Für Wiener Betriebe gibt es mit dem waff-Programm Innovation und Beschäftigung eine weitere Förderung, die direkt beim Unternehmen ansetzt. Wer ein Innovationsvorhaben — etwa die Einführung KI-gestützter Prozesse — umsetzt, kann externe Beratungskosten, betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen und Innovationsassistenz fördern lassen. Antragsteller ist das Unternehmen, nicht der einzelne Mitarbeiter.

Die Beratungskosten werden mit 50 Prozent bezuschusst, bis zu 4.700 Euro.

Typische geförderte Leistungen: externe KI-Beratung, Prozessanalyse, Umsetzungsbegleitung, betriebliche KI-Schulungen im Rahmen des Innovationsprojekts.

Wie das in der Praxis aussieht: Ein Rechenbeispiel

Ein Wiener Installateurbetrieb mit 12 Mitarbeitern will seine Angebotserstellung mit KI unterstützen. Das Projekt besteht aus drei Phasen:

Phase 1: Potenzialanalyse

Ein externer KI-Berater analysiert die bestehenden Abläufe und erstellt einen Umsetzungsplan.

Kosten: 1.500 Euro. Förderung über KMU.DIGITAL Modul 1 (80 Prozent): Eigenanteil 300 Euro.

Phase 2: Tool-Einführung

Auf Basis der Analyse wird ein KI-gestütztes System für die Angebotserstellung eingeführt. Dazu gehören Software-Lizenz, Konfiguration und Integration in die bestehenden Abläufe.

Kosten: 18.000 Euro. Förderung über Wirtschaftsagentur Wien (50 Prozent): Eigenanteil 9.000 Euro.

Phase 3: Betriebliche Schulung

Drei Mitarbeiter werden geschult, damit sie das neue System im Tagesgeschäft sicher einsetzen. Die Schulungskosten sind Teil des Innovationsvorhabens und über waff Innovation und Beschäftigung förderbar.

Kosten: 3.000 Euro. Förderung (50 Prozent): Eigenanteil 1.500 Euro.

Gesamtkosten: 22.500 Euro. Eigenanteil nach Förderung: 10.800 Euro.

Der Betrieb spart mehr als die Hälfte. Jede Phase ist einzeln beantragbar und jede Förderung wird separat eingereicht. Wichtig ist, dass keine Kostenpositionen doppelt gefördert werden.

Die Programme im Detail

KMU.DIGITAL (bundesweit)

KMU.DIGITAL ist ein gemeinsames Programm von WKO und aws (Austria Wirtschaftsservice) für österreichische Kleinbetriebe. Es besteht aus zwei Modulen, die aufeinander aufbauen.

Modul 1, Beratung:

  • Status- und Potenzialanalyse: 80 Prozent der Kosten, max. 400 Euro pro Thema (bis zu drei Themen)
  • Strategieberatung: 50 Prozent, max. 1.000 Euro pro Thema
  • Gesamtdeckel pro Schiene: 3.000 Euro

Modul 2, Umsetzung:

  • 30 Prozent der förderbaren Kosten, max. 6.000 Euro pro Schiene
  • Voraussetzung: abgeschlossene Beratung aus Modul 1

Das Programm gibt es in zwei parallelen Schienen: der klassischen Digitalisierungsschiene und der Schiene „KMU.DIGITAL & GREEN“ mit Nachhaltigkeitsbezug. Beide Schienen können unabhängig voneinander beantragt werden.

Aktueller Status (April 2026): Das Budget der klassischen Beratungsschiene ist derzeit ausgeschöpft. Die GREEN-Schiene ist weiterhin offen. Die Umsetzungsförderung (Modul 2) öffnet voraussichtlich im Mai 2026 für beide Schienen. Den aktuellen Status prüfen Sie direkt auf kmudigital.at.

Anträge werden über den aws Fördermanager auf aws.at eingereicht.

Wirtschaftsagentur Wien, Förderung Digitalisierung (nur Wien)

Die Wirtschaftsagentur Wien fördert Digitalisierungsprojekte in Wiener KMU. Das Programm ist aktuell offen und die Konditionen sind klar planbar.

  • Förderquote: 50 Prozent der Projektkosten
  • Höchstbetrag: 50.000 Euro pro Projekt
  • Mindestprojektsumme: 10.000 Euro
  • Förderfähig: Software, Lizenzen, externe Beratung, Implementierung, Schulungen
  • Einreichzeitraum: bis 31. Dezember 2026
  • Stichtage für Jurybewertung: 31. März, 30. Juni, 30. September, 31. Dezember 2026

Wer ein Umsetzungsprojekt plant, das über die 6.000-Euro-Grenze von KMU.DIGITAL hinausgeht, findet hier die stärkere Förderung. Der Antrag wird über das Fördercockpit der Wirtschaftsagentur eingereicht, bevor das Projekt beginnt.

waff Innovation und Beschäftigung (nur Wien)

Der waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) betreibt für Unternehmen das Programm Innovation und Beschäftigung. Es richtet sich an Wiener KMU, die ein Innovationsvorhaben umsetzen — darunter fällt die Einführung KI-gestützter Prozesse. Anders als bei arbeitnehmerzentrierten Förderungen stellt das Unternehmen den Antrag.

  • Förderquote für Beratungskosten: 50 Prozent
  • Höchstbetrag für Beratung: 4.700 Euro
  • Förderfähig: externe Beratungskosten, betriebliche Qualifizierungsmaßnahmen, Innovationsassistenz
  • Antrag: zwingend vor Projektbeginn über waff.at

Aktueller Status (April 2026): Das aktuelle Einreichfenster ist geschlossen. Das nächste Fenster öffnet am 25. Juni 2026 (bis 27. August 2026).

Kostenlose Orientierung: RTR Servicestelle KI

Wer vor dem ersten Förderantrag Fragen zum EU AI Act, zur DSGVO oder zur Einordnung eigener KI-Systeme klären will, findet bei der RTR Servicestelle KI einen kostenlosen Einstiegspunkt. Die RTR bietet Leitfäden, einen KI-Chatbot für erste Orientierung und persönliche Beratung per Telefon oder E-Mail. Das ersetzt keine Rechtsberatung, gibt aber eine solide Grundlage für die eigene Einschätzung.

Und außerhalb von Wien?

Andere Bundesländer haben eigene Wirtschaftsförderungsprogramme mit vergleichbarer Ausrichtung. Das bundesweite KMU.DIGITAL steht allen österreichischen Betrieben offen. Für landesspezifische Fördertöpfe ist die zuständige WKO-Landesorganisation oder das regionale Wirtschaftsförderungsinstitut die richtige Anlaufstelle.

Häufige Fragen

▶  Wer kann KMU.DIGITAL beantragen?

Österreichische Betriebe, die die EU-KMU-Definition erfüllen: weniger als 250 Mitarbeiter, Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro oder Jahresbilanzsumme unter 43 Millionen Euro. Voraussetzung ist eine Betriebsstätte in Österreich. Die genauen Kriterien sind auf kmudigital.at dokumentiert.

▶  Kann ich KMU.DIGITAL und die Wirtschaftsagentur Wien kombinieren?

Grundsätzlich ja, solange keine Kostenpositionen doppelt eingereicht werden. Sinnvoll ist es, die Programme für unterschiedliche Projektkomponenten zu nutzen: zum Beispiel KMU.DIGITAL für die Beratungsphase und Wirtschaftsagentur Wien für die Umsetzung.

▶  Was passiert, wenn das KMU.DIGITAL-Budget ausgeschöpft ist?

Das Programm läuft in einer klassischen und einer GREEN-Schiene. Wenn das Budget einer Schiene ausgeschöpft ist, kann die andere noch offen sein — Stand April 2026 ist die klassische Beratungsschiene ausgeschöpft, die GREEN-Schiene weiterhin offen. Den aktuellen Status beider Schienen prüfen Sie direkt auf kmudigital.at.

▶  Gilt die Förderung auch für laufende Projekte?

In der Regel sind nur neue Vorhaben förderfähig, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen wurden. Klären Sie das vor dem Projektstart direkt mit dem jeweiligen Fördergeber.

▶  Welche Dokumente brauche ich für einen Förderantrag?

Das hängt vom jeweiligen Programm ab. Typischerweise werden Unternehmensdaten, eine Projektbeschreibung, Kostenaufstellungen und Nachweise über die KMU-Eigenschaft benötigt. Der aws Fördermanager führt schrittweise durch die Antragstellung.

Wo Sie anfangen

Der sinnvollste erste Schritt ist ein Fördermittel-Check: Welche Programme passen zu Ihrem Vorhaben? Was ist aktuell ausgeschrieben? Welche Kostenpositionen sind förderfähig?

(Stand: April 2026. Förderprogramme ändern sich. Aktuelle Ausschreibungen und Bedingungen prüfen Sie direkt auf kmudigital.at, wirtschaftsagentur.at und waff.at.)

Büroteam steht für folgende nächste Schritte gerne zur Verfügung:

  • Fördermittel-Check — welche Programme passen, was ist gerade offen
  • Strategische KI-Beratung — Potenzialanalyse und Umsetzungsplanung, förderfähig über KMU.DIGITAL
  • Mitarbeiterschulung nach EU AI Act — Artikel 4 gilt seit Februar 2025; Schulungen sind über KMU.DIGITAL förderbar; für Wiener Betriebe zusätzlich über waff Innovation und Beschäftigung (nächstes Fenster: Juni 2026)
  • Implementierungs-Support — von der ersten Analyse bis zur produktiven Lösung

Autor: Christian Schwarz, KI-Berater für österreichische KMU

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